Schwimmen

Vielfalt - das Leben ist bunt

Schwimmen im Mittelmeer

Rassismus tötet!

Blaues Meer, Sand und dahinter Pinienwälder. Menschen, die im sicheren Hafen stehen, über das Meer schauen oder auf die nächste Segeltour warten – wie idyllisch. Doch die Idylle trügt. Allein für das Jahr 2025 ist die Rede von mindestens 1.190 Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben sind oder vermisst werden.

„Die grausamen Zahlen von Toten und Vermissten verdeutlichen, wie verzweifelt die Menschen sind, die ihr Leben bei einer Flucht über das Meer riskieren: 

  • Sie fürchten um ihr Leben. 
  • Sie suchen nach Schutz und einem Neuanfang. 
  • Sie sehen in ihrer Heimat oder den angrenzenden Nachbarländern keine Perspektive mehr – weder für sich, noch für ihre Kinder. 

Darum wagen sie die Flucht in seeuntauglichen Schlauchbooten, begeben sich in die Hände skrupelloser Schlepperbanden und werden Opfer von Gewalt und Ausbeutung.“

Quelle: Uno-Flüchtlingshilfe

Anstatt Fluchtursachen zu bekämpfen schottet sich die EU immer weiter ab und schwächt damit das universelle Recht auf Asyl. Eine menschenfeindliche Politik, die von immer stärker werdenden rechten Kräften bestimmt wird. In deren rassistischen Weltbild sind Migrant:innen das Übel für wirtschaftliche Schieflagen, marode Infrastruktur, mangelnde Bildungschancen, etc. Die Lösung: Abschreckung, Zurückweisung an den EU-Außengrenzen, Zurückweisung an den Binnengrenzen, Ausweisung in vermeitlich „sichere“ Heimatländer, in denen auf Grund der politischen Sicherheitslage und der zerstörten Infrastruktur kaum ein Europäer freiwillig leben würde.

Remigration tötet!

Dass es sich bei Remigration nicht „nur“ um ausreisepflichtige, kriminelle Migrant:innen geht, zeigt der Blick rüber zur USA, wo mit einer nie dagewesen Härte und Brutalität Menschen, die migrantisch gelesen werden, verhaftet und in Lagern gesperrt werden um irgendwann ausgewiesen zu werden. Darunter sind US-Bürger, Bürger mit einer Aufenthaltserlaubnis, ja sogar Native Americans. Während der Menschenjagd gibt es immer wieder Todesfälle und auch in den Lagern sterben Menschen, weil sie schlecht mit Wasser, Nahrung und ärztlicher Hilfe versorgt werden.

Auch hier in Deutschland redet ein Tino Chrupalla auf dem Gründungstreffen der neuen AfuckD-Jugend von einer Abschiebung von Millionen Menschen. Dass damit auch deutsche Staatsbürger mit migrantischen Wurzel gemeint sind, werden die Anhänger der faschistischen, in großen Teilen rechtsextremen Partei, nicht müde zu betonen.

Und wenn ihr jetzt immer noch nicht daran glaubt, dass das hier in Deutschland passieren kann, dann habe ich hier folgendes Zitat von Alice Weidel aus dem Plenarprotokoll 21/43: „Wir haben immer genau das gefordert, was Donald Trump heute umsetzt.“ Nehmt das verdammt noch mal ernst. Die reden nicht nur, die werden auch tun!

AfD-Verbot jetzt!

Misogynie tötet!

Eine andere Gruppe wird auch immer wieder gerne für politische Spielchen und Narrative instrumentalisiert: Frauen.

Wenn es darum geht, die Gefährlichkeit migrantischer Männer zu belegen werden gerne die Straßen der Städte bemüht, auf denen es für Frauen und Mädchen nicht mehr sicher ist. Auch unser selten unfähiger Bundeskanzler wird nicht müde, Töchter für seine rassistische Hetze zu benutzen.

Dabei ist die Straße nicht der Ort, an dem Frauen Gewalt angetan wird, es ist die Familie, es ist der Ehemann, der Lebenspartner, Exmänner oder Väter. 2024 wurden 308 Frauen und Mädchen getötet. Straftaten gegen Frauen und Mädchen nehmen nicht nur in Deutschland immer weiter zu. Die Medien verweigern noch oft den Begriff „Femizid“ und sprechen meisten von „Beziehungstat“. Auch damit wird das Gesehen klein geredet – dumm gelaufen, falschen Kerl ausgewählt.“ Misogynie/Frauenfeindlichkeit/Frauenhass ist jedoch ein strukturelles/gesamtgesellschaftliches Problem.

Ableismus tötet!

Es gibt noch viele weitere Menschengruppen, die unter den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen leiden bis hin zum Tod. An dieser Stelle jedoch möchte ich auf Menschen mit Behinderungen / Behinderte aufmerksam machen.

Ableismus „steht für „die alltägliche Reduktion eines Menschen auf seine Beeinträchtigung. Ableismus kann sich durch Nicht-Thematisierung der Behinderung zeigen wie durch Überbetonung der Behinderung, durch Abwertung und Ausgrenzung wegen abweichender Körperlichkeit…“

Auch für behinderte und kranke Menschen wird das innerdeutsche Klima immer rauer.

Der Druck auf die Eingliederungshilfe wächst. In seiner Rede vom 3 Mai 2025 stellt Merz die Steigerung der Eingliederungshilfe für Behinderte in Frage. In diese Kerbe schießt die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder (kannste dir echt nicht ausdenken) von der rechten Denkfabrik R21 und macht Stimmung gegen Leistungen für Menschen mit Behinderungen. Sie macht Menschen mit Behinderungen zu einem Kostenfaktor, den unser Staat sich nicht mehr leisten kann. Das ist entwürdigend und entmenschlichend!

Gewalt gegen Menschen mit Behinderung

Eine Studie des Bundesfamilienministerium aus dem Jahr 2024 zeigt erstmals wissenschaftliche Erkenntnisse über Gewalterfahrung von Menschen mit Behinderung:

  • „Mehr als ein Viertel der Werkstattbeschäftigten (26 Prozent) hat in den letzten drei Jahren sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt, davon Frauen (37 Prozent) mehr als doppelt so häufig wie Männer (15 Prozent). 
  • Männer sind in ambulanten und stationären Betreuungssettings häufiger von körperlichen Übergriffen betroffen (20 Prozent) als Frauen (13 Prozent), während Frauen häufiger sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt erleben.“

Quelle: Bundesfamilienministerium

2021 ermordete eine Pflegerin vier Bewohner einer Behinderteneinrichtung in Potsdam. Die Taten im Oberlinhaus seien keine Einzelfälle erläuter Raul Krauthausen. Mehr dazu von Raul Krauthausen im Gespräch mit Liane von Billerbeck.

Und mehr über das Projekt Über das Projekt #AbleismusTötet findet ihr hier