Der Rücken wird zur Leinwand. In diesem Projektelement entsteht das Motiv im Zusammenspiel mit dem Körper. Von der Skizze zum Kunstwerk wird der Prozess dokumentiert.
Es ist 2026 und es ist einer der heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und es ist der Sommer, in dem ich meine Kunst auf dem Rücken von Frauen „austrage“.
Die Idee kam mir im Zusammenhang mit meiner leider sehr missglückten Knie-OP, die entgegen aller Hoffnung nicht dazu geführt haben, dass ich wieder besser laufen kann oder sogar wieder Fahrradfahren kann (auch das ist Trauer, wenn man die Möglichkeiten, die man nicht mehr hat, vermisst).
Vergänglich und doch sichtbar
Normalerweise male ich ein Bild und irgendwann ist es dann auch „fertig“. Manchmal stelle ich es aus, manchmal nicht, aber es ist immer noch da. In diesem Projektelement „Kunst auf Körper“ jedoch bleibt lediglich nur für eine kurze Zeit und nur die Dokumentation per Skizze, Foto und Monoprint zeigt das Werk.
So wird das Kunstwerk zerstört kurz nachdem es entstanden ist. Ein unglaublich befreiendes Gefühl, frei von Bedauern, nur die pure Freude über das Vertrauen meiner Models und über den Prozess des eigentlichen Malens.
Kann Kunst Wellness sein?
Was soll ich sagen, das Knie zu bemalen tat mir einfach nur gut. Die sanften Pinselstriche, das entspannende Gefühl als ich die Malerei als Monoprint auf ein Stück Stoff übertragen habe. Ja, sogar das warme Wasser und der weiche Waschlappen waren eine zarte Massage für das ziemlich malträtierte Knie.
Genauso ging es meinen Modells ebenfalls, auch für sie war der Schaffensprozess spannend und entspannend zugleich.
Warum dieses Projekt?
Mit diesen Projekt lenke ich ganz bewusst den Blick auf den weiblichen Körper. Aktuell werden Frauen und deren Körper so dermaßen ins negative Blickfeld genommen. In den Sozialen Medien wird häufig nicht mehr auf Kompetenz oder Inhalte geachtet, sondern ob der weibliche Körper der aktuellen Norm – jung, schlank, sportlich – entspricht. Ist dem nicht so, sind die Kommentare oft abwertend und verletzend. Ist dem aber so, dann kommen häufig sexualisierte Kommentare. Egal was Frau macht – es ist nie genug, nie richtig sowohl für den männlichen Teil der Bevölkerung als auch für viele Frauen, die die Mechanismen des Patriarchart internalisiert haben. Ja, es gibt Menschen, die stören sich daran, wenn eine Mutter ihr Kind in der Öffentlichkeit stillt. Und diese Menschen werden scheinbar immer mehr…
Jeder weibliche Körper ist ein Wunder, ein Wunder, in dem Leben entsteht, für 9 Monate ein nährender, schützender Raum für ein Kind ist. Ein Wunder, das dieses Kind dann auch noch aus sicher heraus ernähren kann. Ein Wunder, dass über Jahrzehnte Monat für Monat Hormonschwankungen, Schmerzen und Unwohlsein aushält.
Jeder weibliche Körper ist in jedem Alter einzigartig und wunderschön. Und niemand, wirklich niemand hat das Recht, diesen zu beurteilen, zu verurteilen.
Und warum hier auch ein Rückenfoto von einem Mann?
Nun, das ist mein Sohn. Ich durfte zweimal die wunderbare Erfahrung machen, Mutter zu werden. Und da es in meinen Projekten ja auch indirekt um meinen Körper geht, dürfen meine Söhne (der andere folgt noch) natürlich nicht fehlen.
Nachfolgend zeige ich euch jeweils die ursprüngliche Skizze und das entstandene Bild:
Leticia


Nele


Celina


Silke


Hannah


Marlena


Rosalie


Annabelle


Maria


Sophia


Susanne


Sabine
Weide am Ueckermünder Strand, dort auch fotografiert.


Kristin
Diesmal habe ich ein Bild auf einen Babybauch gemalt.


Benni
Mein ältester Sohn

